Mondjournal von SoulGlowJahreskreis10 Min. Lesezeit

Wintersonnenwende 2026: Bedeutung, Yule & ein Ritual für die längste Nacht

Die Wintersonnenwende 2026 wird am 21. Dezember um 21:50 Uhr MEZ sein, die längste Nacht des Jahres. Hier liest du, was dabei am Himmel passiert, was hinter Yule und dem Julfest steckt und wo...

Titelbild zur Wintersonnenwende
In diesem Artikel

    Die Wintersonnenwende 2026 wird am Montag, dem 21. Dezember, um 21:50 Uhr MEZ sein. Es wird der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres sein. Ab dem nächsten Morgen kommt das Licht zurück, erst um Sekunden, dann um Minuten.

    Um halb fünf wird es dunkel. Morgens gehst du im Dunkeln los, abends kommst du im Dunkeln heim. Irgendwann im Dezember fühlt es sich an, als hätte die Sonne vergessen, wie man aufsteht.

    Genau diesen Moment feiern Menschen seit Jahrtausenden: den Punkt, an dem die Dunkelheit am größten ist und trotzdem schon kippt.

    Hier liest du, was an der Wintersonnenwende astronomisch passiert, was hinter Yule und dem Julfest steckt und wo der Mond in dieser Nacht stehen wird. Dazu bekommst du ein Ritual, mit dem du das Licht ganz bewusst zurückholst.

    In diesem Artikel:
    Quick Facts · Was an der Wintersonnenwende passiert · Yule und das Julfest · Der Mond in der längsten Nacht · Das Ritual: das Licht zurückholen · Kristalle · Nach der längsten Nacht · Fazit · FAQ

    Quick Facts

    Wann Montag, 21. Dezember 2026, um 21:50 Uhr MEZ
    Was passiert Die Sonne erreicht ihren tiefsten Stand und tritt in das Zeichen Steinbock
    Kürzester Tag Hamburg 7 Stunden 28 Minuten, Frankfurt 8 Stunden 3 Minuten, München 8 Stunden 21 Minuten
    Mond Zunehmend, zu 93 Prozent beleuchtet, am Ende des Stiers. Vollmond im Krebs am 24. Dezember als Supermond
    Andere Namen Yule, Julfest, Mittwinter
    Themen Stille, Rückschau, Dankbarkeit, das wiederkehrende Licht
    Kristalle Granat, Bergkristall, Schneeflockenobsidian
    Danach Rauhnächte ab der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember

    Was an der Wintersonnenwende passiert

    Die Erdachse ist um gut 23 Grad geneigt. Im Dezember zeigt unsere Nordhalbkugel deshalb von der Sonne weg. Die Sonne wandert mittags jeden Tag ein Stück tiefer über den Himmel, bis sie am Tag der Wintersonnenwende ihren tiefsten Punkt erreicht. In Frankfurt wird sie am 21. Dezember mittags nur 16,5 Grad über dem Horizont stehen.

    Dann bleibt sie scheinbar stehen und wendet. Genau das steckt im Wort: Die Sonne wendet ihren Lauf. Das lateinische solstitium heißt wörtlich „Stillstand der Sonne“.

    Der exakte Moment wird am Montag, dem 21. Dezember 2026, um 21:50 Uhr MEZ sein. Die Sonne wird dann senkrecht über dem Wendekreis des Steinbocks auf der Südhalbkugel stehen. Astrologisch wird sie im selben Moment in das Zeichen Steinbock treten.

    Wie kurz der Tag wird, hängt davon ab, wo du wohnst. In Hamburg wird die Sonne am 21. Dezember um 08:34 Uhr auf- und um 16:02 Uhr untergehen. Das sind 7 Stunden und 28 Minuten Tageslicht. In München sind es 8 Stunden und 21 Minuten.

    Ein kleines Rätsel am Rand: Der früheste Sonnenuntergang des Jahres liegt schon vor der Sonnenwende. In Frankfurt wird er am 12. Dezember sein, um 16:22 Uhr. Der späteste Sonnenaufgang wird dagegen erst an Silvester kommen. Das liegt an der elliptischen Erdbahn und der Neigung der Achse. Die Abende werden also schon seit Mitte Dezember wieder länger, während die Morgen noch bis zum Jahresende dunkler werden.

    Übrigens schwankt das Datum. 2025 fiel die Wintersonnenwende auf den 21. Dezember nachmittags, 2027 wird sie am 22. Dezember um 03:42 Uhr sein. Das Sonnenjahr ist knapp sechs Stunden länger als 365 Tage, das Schaltjahr gleicht es wieder aus.

    Yule und das Julfest

    Yule, auf Deutsch Julfest, ist der alte Name für das Mittwinterfest im Norden Europas. Woher das Wort genau kommt, ist unklar. Sicher ist, dass die Zeit um die längste Nacht in vielen Kulturen gefeiert wurde, lange bevor es Kalender im heutigen Sinn gab.

    Die ältesten Spuren sind aus Stein. In Newgrange in Irland steht ein Grabhügel, der um 3200 vor Christus gebaut wurde. An den Morgen rund um die Wintersonnenwende fällt das Licht der aufgehenden Sonne durch eine kleine Öffnung über dem Eingang bis in die innere Kammer, für etwa eine Viertelstunde. In Stonehenge ist die Hauptachse auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende ausgerichtet und in der Gegenrichtung auf den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende.

    Auch der 25. Dezember hat eine Verbindung zur Sonnenwende. Im römischen Kalender galt dieser Tag als Tag der Wintersonnenwende. Für das 4. Jahrhundert ist für den 25. Dezember in Rom sowohl das Fest der unbesiegten Sonne als auch das Geburtsfest Christi belegt.

    Im Jahreskreis ist Yule das Fest, das auf Samhain folgt. Samhain ist das Fest des Abschieds und der Ahnen. Yule ist das Fest der Wiederkehr. Viele Bräuche, die wir heute mit Weihnachten verbinden, tragen diesen Gedanken noch in sich: Kerzen in der dunkelsten Zeit, immergrüne Zweige als Zeichen, dass das Leben weitergeht, ein Feuer, das die Nacht über brennt.

    Der Mond in der längsten Nacht

    In der Nacht der Wintersonnenwende wird der Mond fast voll am Himmel stehen, zu 93 Prozent beleuchtet und zunehmend. Er wird dann noch ganz am Ende des Stiers stehen und um 23:27 Uhr in die Zwillinge wechseln. Die längste Nacht des Jahres wird 2026 also keine ganz dunkle sein.

    Astrologisch passt das. Der Stier ist das Zeichen der Sinne und des Bleibenden. Ein Stier-Mond lädt dazu ein, die Sonnenwende mit dem Körper zu feiern: warm essen, eine Kerze riechen, eine Decke spüren. Große Gedanken dürfen warten.

    Gut zwei Tage später wird der Höhepunkt folgen. Am 24. Dezember um 02:28 Uhr MEZ wird der Vollmond im Krebs sein, als Supermond. Der Mond wird dann knapp 357.000 Kilometer von der Erde entfernt stehen und etwas größer und heller wirken als sonst. Als Supermond gilt je nach Definition ein Vollmond unter 360.000 oder unter 364.000 Kilometern, dieser wird unter beiden Schwellen liegen. Ein Vollmond im Krebs, dem Zeichen von Zuhause und Familie, am frühen Morgen von Heiligabend. Am Abend wird er noch fast rund am Himmel stehen. Näher kann der Himmel an Weihnachten kaum herankommen.

    Zwölf Tage vor der Sonnenwende, am 9. Dezember, wird der letzte Neumond des Jahres im Schützen stehen. Wenn du zu ihm ein Ritual gemacht hast, ist die längste Nacht der Moment, darauf zurückzukommen. Mehr dazu im Beitrag zum Neumond im Schützen.

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    Das Ritual: das Licht zurückholen

    Dieses Ritual braucht eine halbe Stunde am Abend und fünf Minuten am nächsten Morgen. Weil die Sonnenwende 2026 abends um 21:50 Uhr sein wird, kannst du es fast auf die Minute genau legen.

    Du brauchst: eine Kerze, Streichhölzer, einen Zettel und einen Stift. Wenn du mit einem Stein arbeiten möchtest, leg ihn bereit.

    Erstens: ganz ins Dunkle. Mach am Abend des 21. Dezember alle Lichter aus. Handy weg, Bildschirme aus. Setz dich hin und bleib fünf Minuten im Dunkeln. Das fühlt sich anfangs ungewohnt an. Genau darum geht es. Die Dunkelheit war der größte Teil dieses Jahresviertels. Heute schaust du sie einmal bewusst an.

    Zweitens: was die Dunkelheit dir gegeben hat. Frag dich im Dunkeln: Was habe ich in den dunklen Wochen gelernt? Wo habe ich mich ausgeruht, wo etwas losgelassen, wo etwas verstanden? Nicht alles an dieser Zeit war schwer. Merk dir eine Antwort.

    Drittens: die Kerze. Zünde die Kerze an. Sag dabei laut oder leise: Das Licht kommt zurück. Schreib jetzt die Antwort aus der Dunkelheit auf den Zettel. Darunter einen Satz, was du mit ins Licht nehmen willst. Wenn du zum Neumond im Schützen eine Landkarte für 2027 gezeichnet hast, lies jetzt deinen Horizont-Satz.

    Viertens: Licht für Licht. Mach die Lampen danach nicht alle auf einmal an. Eine nach der anderen, langsam. So, wie das Licht in den kommenden Wochen auch zurückkommt.

    Fünftens: der erste Sonnenaufgang. Am Morgen des 22. Dezember schau dir den Sonnenaufgang an. In Hamburg wird er gegen halb neun sein, in Frankfurt gegen 08:20 Uhr, in München gegen acht. Es wird der erste Tag sein, der wieder ein wenig länger ist. Ein Fenster reicht, du musst nicht auf einen Berg.

    Wenn du mit Feuer arbeitest: feuerfeste Unterlage, Abstand zu Papier, Zweigen und Vorhängen und die Flamme nie unbeaufsichtigt lassen. Gerade Adventsgestecke und trockene Tannenzweige fangen schnell Feuer.

    Kristalle zur Wintersonnenwende

    Kristalle sind bei uns Begleiter für die Aufmerksamkeit und kein Ersatz für medizinische oder therapeutische Beratung. Was hier steht, sind gebräuchliche Zuordnungen aus der Steinkunde.

    Granat ist der Monatsstein des Januars und wird mit Glut und Lebenskraft verbunden, wie ein Feuer, das die Nacht über weiterglimmt. Bergkristall steht in der Steinkunde für Klarheit und Licht, er passt zum Moment, in dem du die Kerze anzündest. Schneeflockenobsidian ist ein dunkler Stein mit hellen Flecken. Man verbindet ihn mit dem Gedanken, dass im Dunkeln schon das Helle liegt.

    Für das Ritual reicht ein einziger Stein. Leg ihn neben die Kerze.

    Nach der längsten Nacht: deine Zeitleiste bis zum 7. Januar

    Die Wintersonnenwende liegt 2026 mitten in einer Reihe von Terminen, die besonders dicht aufeinander folgen.

    9. Dezember Neumond im Schützen, der letzte Neumond des Jahres
    21. Dezember Wintersonnenwende um 21:50 Uhr MEZ, die längste Nacht
    24. Dezember Vollmond im Krebs um 02:28 Uhr MEZ, als Supermond
    24. Dezember bis 6. Januar Die zwölf Rauhnächte, beginnend mit der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember
    7. Januar 2027 Neumond im Steinbock um 21:24 Uhr MEZ, der erste Neumond des neuen Jahres

    Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Die Sonnenwende ist der Übergang von der Rückschau zur Vorschau. Davor schaust du zurück, in den Rauhnächten sammelst du, am Neumond im Januar beginnst du.

    Fazit

    Die Wintersonnenwende am 21. Dezember 2026 wird der Moment sein, in dem die Dunkelheit am größten ist und schon kippt. Die Sonne bleibt stehen, wendet und kommt zurück. Erst um Sekunden, bis Silvester um ein paar Minuten, im Februar merkst du es jeden Abend.

    Du musst an diesem Abend nichts Großes tun. Mach das Licht aus, sitz eine Weile im Dunkeln und zünde dann eine einzige Kerze an. Auf das Licht dieser Tage haben Menschen schon vor über fünftausend Jahren gewartet. Newgrange erzählt bis heute davon.

    Ich wünsche dir eine stille, warme längste Nacht.

    Deine Mila

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    FAQ

    Wann ist die Wintersonnenwende 2026?

    Am Montag, dem 21. Dezember 2026, um 21:50 Uhr MEZ. In diesem Moment wird die Sonne ihren tiefsten Stand erreichen und in das Zeichen Steinbock treten. Der 21. Dezember wird damit der kürzeste Tag des Jahres sein.

    Warum ist die Wintersonnenwende mal am 21. und mal am 22. Dezember?

    Das Sonnenjahr ist knapp sechs Stunden länger als 365 Tage. Der Zeitpunkt rutscht deshalb jedes Jahr etwas nach hinten, bis das Schaltjahr ihn wieder zurückholt. 2026 wird die Sonnenwende auf den 21. Dezember fallen, 2027 auf den 22. Dezember um 03:42 Uhr MEZ.

    Wie kurz ist der kürzeste Tag des Jahres?

    Das hängt vom Ort ab. Am 21. Dezember 2026 wird Hamburg 7 Stunden und 28 Minuten Tageslicht haben, Frankfurt 8 Stunden und 3 Minuten und München 8 Stunden und 21 Minuten.

    Wann werden die Tage wieder länger?

    Ab dem 22. Dezember, zuerst nur um Sekunden. Bis Silvester wird Hamburg etwa fünf Minuten Tageslicht dazugewinnen. Die Abende werden schon seit Mitte Dezember länger, die Morgen erst nach dem Jahreswechsel.

    Was ist Yule?

    Yule oder Julfest ist der alte Name für das Mittwinterfest im Norden Europas, gefeiert um die längste Nacht des Jahres. Im Jahreskreis folgt es auf Samhain und steht für die Wiederkehr des Lichts.

    Welches Ritual passt zur Wintersonnenwende?

    Mach am Abend alle Lichter aus und bleib fünf Minuten im Dunkeln. Frag dich, was dir die dunklen Wochen gegeben haben. Zünde dann eine Kerze an, schreib die Antwort auf und einen Satz, was du ins Licht mitnehmen willst. Am nächsten Morgen schaust du dir den Sonnenaufgang an.

    Was hat die Wintersonnenwende mit den Rauhnächten zu tun?

    Die Rauhnächte beginnen in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, drei Tage nach der Sonnenwende. Sie dauern bis zum 6. Januar. In manchen Regionen zählt man sie sogar schon ab der Wintersonnenwende. Beide gehören zur Zeit zwischen den Jahren, in der das Licht langsam zurückkehrt.